Das Postal Museum London bietet mit der Mail Rail eine ungewöhnliche Fahrt durch alte unterirdische Posttunnel. Die Idee ist spannend – mein aktueller Besuch fiel aber gemischt aus: interessant, aber eng, stickig, eher kurz und aus meiner Sicht im Verhältnis etwas zu teuer.

Das Postal Museum London gehört zu den etwas ungewöhnlicheren Museen in London. Hier geht es nicht um klassische Sehenswürdigkeiten, Kunst oder Königshäuser, sondern um die Geschichte der britischen Post – und vor allem um die Mail Rail, eine kleine unterirdische Bahn, mit der früher Post durch London transportiert wurde.

Ich war inzwischen erneut dort und würde den Besuch heute etwas kritischer einschätzen als früher. Die Mail-Rail-Fahrt ist zwar eine interessante Idee und gerade für Kinder erstmal spannend, aber insgesamt ist der Besuch recht kurz. Außerdem ist der Zug extrem eng und trotz offenbar erneuerter Lüftung ziemlich stickig. Wer ein großes London-Highlight erwartet, könnte daher enttäuscht sein.

Kurzfazit:
Das Postal Museum lohnt sich vor allem, wenn du dich für ungewöhnliche London-Orte, unterirdische Anlagen oder die Geschichte der Post interessierst. Für Kinder ist der Besuch halbwegs interessant, besonders wegen der kleinen Bahn und einiger Mitmachstationen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich persönlich aber eher mäßig.

Was ist das Postal Museum London?

Das Postal Museum befindet sich in der Nähe von Farringdon, King’s Cross, Russell Square und Chancery Lane. Es besteht aus zwei Bereichen, die auf gegenüberliegenden Straßenseiten liegen und nur wenige Meter voneinander entfernt sind.

Postal Museum
Mit einem dieser kleinen Züge kann man die alten Posttunnel erkunden

Auf der einen Seite befindet sich der Bereich mit der Mail Rail, also der unterirdischen Postbahn. Auf der anderen Seite liegt der eigentliche Museumsteil mit Ausstellung zur Geschichte der Royal Mail, alten Briefkästen, Postfahrzeugen, Briefmarken und einigen interaktiven Stationen.

Von 1928 bis 2003 wurde ein Teil der Londoner Post unterirdisch mit kleinen Zügen durch die Stadt transportiert. Die Bahn fuhr durch ein eigenes Tunnelsystem, also gewissermaßen parallel zur London Underground – nur eben für Briefe, Pakete und Postsendungen.

Die Idee dahinter ist wirklich spannend: Während oben auf den Straßen Verkehr, Staus und Menschenmassen unterwegs waren, wurde die Post unterirdisch durch London bewegt. Heute kann man einen kleinen Teil dieses alten Systems mit einem umgebauten Zug befahren.

Mail Rail – Die Fahrt durch den Untergrund

Mail Rail Tunnel im Postal Museum London

Der bekannteste Teil des Postal Museum ist ganz klar die F

ahrt mit der Mail Rail. Dabei steigt man in einen sehr kleinen Zug und fährt durch einen Abschnitt der alten unterirdischen Posttunnel.

Die Fahrt selbst ist grundsätzlich interessant, weil man einen Ort sieht, den man in London sonst kaum erleben würde. Es ist dunkel, eng und ungewöhnlich – genau das macht den Reiz aus. Während der Fahrt gibt es kurze Einspielungen, Lichtinstallationen und Erklärungen zur Geschichte der unterirdischen Postbahn.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Man sieht während der Fahrt nicht besonders viel. Die Tunnel sind natürlich eng und dunkel, und die eigentliche Fahrt ist eher kurz. Wer hier eine spektakuläre unterirdische Tour erwartet, könnte enttäuscht sein.

Mein Eindruck nach dem erneuten Besuch:
Die Fahrt ist eine nette und ungewöhnliche Erfahrung, aber sie wirkt kürzer und weniger spektakulär, als man vielleicht erwartet. Für mich war sie halbwegs spannend, aber nicht so stark, dass ich den Preis uneingeschränkt empfehlen würde.

Wie eng ist die Mail Rail?

Ein wichtiger Punkt, den du vor dem Besuch wissen solltest: Die Mail Rail ist wirklich sehr eng. Ich bin ungefähr 1,80 Meter groß und fand den Zug bereits ziemlich unbequem. Für größere Personen ist die Fahrt aus meiner Sicht eher nicht ideal.

Kinder haben im Zug deutlich mehr Platz und empfinden die Enge vermutlich weniger problematisch. Für Erwachsene kann es aber schnell unangenehm werden, besonders wenn man empfindlich auf enge Räume, stickige Luft oder beengte Sitzpositionen reagiert.

Bei meinem aktuellen Besuch wirkten die Züge überarbeitet oder erneuert. Auch die Lüftungsanlage scheint erneuert worden zu sein. Trotzdem fand ich es im Zug ziemlich stickig. Gerade deshalb würde ich die Fahrt nicht jedem empfehlen.

Nicht ideal für:
größere Personen, Menschen mit Platzangst, empfindliche Besucher bei stickiger Luft oder alle, die bei Attraktionen gerne bequem sitzen und viel sehen möchten.

Was gibt es neben der Mail Rail zu sehen?

Neben der Fahrt durch die Tunnel gibt es im Postal Museum noch verschiedene Ausstellungsbereiche zur Geschichte der britischen Post. Zu sehen sind unter anderem alte Briefkästen, Postfahrzeuge, historische Objekte und interaktive Stationen.

Postal Museum
Spannend für groß und klein ist das Post-Sortier-Spiel

Der andere Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite bietet die eigentliche Ausstellung zur Geschichte der Royal Mail. Dort erfährst du unter anderem mehr über die Entwicklung des Postsystems, Briefmarken, Zustellung und Kommunikation in Großbritannien.

Für Kinder gibt es einige Möglichkeiten zum Ausprobieren. Nach der Mail-Rail-Fahrt kommt noch ein kleiner Bereich mit Spielen und Mitmachstationen. Dort kann man zum Beispiel Post sortieren oder eine kleine Zugstrecke beziehungsweise Elektrik bedienen. Das ist ganz nett gemacht und für Kinder halbwegs spannend.

Trotzdem bleibt mein Eindruck: Es gibt schon etwas zu sehen, aber insgesamt nicht so viel, dass man hier einen halben Tag einplanen müsste. Der Besuch ist eher kurz und kompakt.

Wie lange dauert der Besuch im Postal Museum?

Für den gesamten Besuch würde ich ungefähr eine Stunde bis maximal 90 Minuten einplanen. Wenn du dir alles sehr genau anschaust oder mit Kindern länger an den Mitmachstationen bleibst, kann es etwas länger dauern. Bei meinem Besuch war nach etwa einer Stunde bis anderthalb Stunden aber realistisch alles erledigt.

Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Manchmal ist ein kurzer Programmpunkt in London ja sogar praktisch. Man sollte nur nicht mit der Erwartung hingehen, hier ein großes Museum mit mehreren Stunden Aufenthalt zu bekommen.

Lohnt sich das Postal Museum mit Kindern?

Mit Kindern kann das Postal Museum durchaus funktionieren. Die kleine Bahn ist erstmal spannend, und Kinder haben im engen Zug deutlich mehr Platz als Erwachsene. Auch die Mitmachstationen nach der Fahrt sind für Kinder ganz nett.

Postal Museum
Hier muss man schon etwas logisch denken um jeden Zug an die gewünschte Stelle zu leiten

Trotzdem würde ich den Besuch nicht als absolutes Familien-Highlight in London sehen. Dafür ist das Erlebnis aus meiner Sicht zu kurz und im Verhältnis zu teuer. Wenn deine Kinder aber Züge, Technik, Tunnel oder interaktive Stationen mögen, kann es ein netter Programmpunkt sein.

Für Familien geeignet?
Ja, grundsätzlich schon. Kinder finden die Bahn und die kleinen Spiele vermutlich interessanter als viele Erwachsene. Ich würde das Postal Museum aber eher als kurzen Zusatzprogrammpunkt sehen – nicht als Hauptattraktion für einen London-Tag.

Tickets für das Postal Museum und die Mail Rail

Für die Mail Rail solltest du dein Ticket am besten vorher online buchen. Bei meinem Besuch waren die Tickets vor Ort als ausgebucht angezeigt. Ich konnte dann aber kurzfristig noch problemlos online über GetYourGuide ein Ticket buchen.

Deshalb mein Tipp: Wenn vor Ort steht, dass die Tickets ausverkauft sind, lass dich nicht sofort abschrecken. Schau zusätzlich online nach, zum Beispiel bei GetYourGuide. Bei meinem Besuch gab es dort noch Tickets, und der Preis war auf dem gleichen Niveau wie direkt vor Ort.

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Tipp:
Prüfe vor dem Besuch die aktuellen Zeiten und Preise. Gerade die Mail-Rail-Fahrt ist zeitgebunden und kann vor Ort schnell ausgebucht sein. Wenn du spontan dort bist, lohnt sich trotzdem ein kurzer Blick auf GetYourGuide.

Ist das Postal Museum kostenlos?

Das Postal Museum besteht aus mehreren Bereichen. Die Mail Rail ist definitiv der kostenpflichtige Hauptteil des Besuchs. Der gegenüberliegende Museumsteil wirkte bei meinem Besuch so, als könne man ihn möglicherweise auch unabhängig beziehungsweise günstiger besuchen. Das solltest du vor deinem Besuch aber unbedingt noch einmal auf der offiziellen Website prüfen, da sich Ticketmodelle ändern können.

Für meine persönliche Bewertung ist vor allem die Kombination aus Mail Rail und Museum entscheidend. Und hier finde ich den Preis im Verhältnis zum gebotenen Erlebnis eher hoch.

Anreise zum Postal Museum London

Das Postal Museum liegt in Phoenix Place und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Je nachdem, von wo du kommst, bieten sich mehrere Stationen an.

  • Adresse: 15-20 Phoenix Place, London WC1X 0DA
  • Nächste Stationen: Farringdon, Russell Square, King’s Cross, Chancery Lane
  • Zu Fuß: von King’s Cross je nach Route etwa 15 bis 20 Minuten

Postal Museum mit anderen Zielen kombinieren

Da der Besuch im Postal Museum nicht besonders lange dauert, würde ich ihn mit anderen Zielen in der Nähe kombinieren. Besonders naheliegend sind zum Beispiel das British Museum, King’s Cross, Coal Drops Yard oder ein Spaziergang durch Bloomsbury.

Wenn du ungewöhnliche Orte magst, kannst du auch das kleine Novelty Automation Museum in der Nähe im Blick behalten. Das ist ein verrückter kleiner Laden mit selbstgebauten Automaten und eher ein kurzer, skurriler Abstecher als eine große Sehenswürdigkeit. Wenn du ohnehin in der Gegend bist, kann das eine nette Ergänzung sein.

Mein Fazit: Lohnt sich das Postal Museum London?

Das Postal Museum ist eine interessante Idee und die Mail Rail ist sicherlich eine der ungewöhnlicheren Attraktionen in London. Ich finde es spannend, dass man überhaupt durch einen Teil dieses alten unterirdischen Postsystems fahren kann.

Trotzdem fällt mein Fazit nach dem erneuten Besuch eher gemischt aus. Die Fahrt ist eng, stickig und recht kurz. Man sieht weniger, als man vielleicht erwartet, und insgesamt gibt es aus meiner Sicht nicht genug zu erleben, um den Preis wirklich überzeugend zu finden.

Für Kinder kann der Besuch halbwegs spannend sein, weil die kleine Bahn und die Mitmachstationen gut ankommen können. Für Erwachsene ist es eher ein kurzer, ungewöhnlicher Programmpunkt – aber kein Muss.

Meine Bewertung:
Interessante Idee, aber insgesamt eher mäßiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich würde das Postal Museum nur empfehlen, wenn du gezielt Lust auf die Mail Rail hast oder mit Kindern einen kurzen, ungewöhnlichen Programmpunkt suchst.

FAQ zum Postal Museum London

Was ist das Besondere am Postal Museum?

Das Besondere ist die Mail Rail, eine kleine unterirdische Bahn, mit der früher Post durch London transportiert wurde. Heute kann man einen Teil dieses alten Tunnelsystems mit einem umgebauten Zug befahren.

Wie lange dauert der Besuch?

Realistisch solltest du etwa eine Stunde bis maximal 90 Minuten einplanen. Der Besuch ist eher kurz und lässt sich gut mit anderen Zielen in der Umgebung kombinieren.

Ist die Mail Rail eng?

Ja, sehr eng. Ich bin etwa 1,80 Meter groß und fand den Zug bereits unbequem. Für größere Personen oder Menschen mit Platzangst ist die Fahrt aus meiner Sicht eher nicht ideal.

Lohnt sich das Postal Museum mit Kindern?

Mit Kindern kann der Besuch durchaus funktionieren. Die Mail Rail und die kleinen Mitmachstationen sind für Kinder interessanter als für viele Erwachsene. Trotzdem würde ich es eher als kurzen Zusatzprogrammpunkt einordnen.

Sollte man Tickets vorher buchen?

Ja, besonders für die Mail Rail würde ich vorher online schauen. Vor Ort können Tickets ausgebucht sein. Bei meinem Besuch konnte ich aber kurzfristig noch ein Ticket über GetYourGuide buchen.

Ist das Postal Museum London ein Muss?

Aus meiner Sicht nein. Es ist ungewöhnlich und interessant, aber kein absolutes Muss. Wenn du nur wenige Tage in London bist, gibt es wichtigere Sehenswürdigkeiten. Wenn du London schon gut kennst oder etwas Abseitigeres suchst, kann es trotzdem interessant sein.

2 Kommentare

  1. Super die Zugfahrt durch das Tunnelsystem! Dank deiner Seite finde ich immer wieder neue Dinge die ich gerne ausprobiere, da ich jedes Jahr eine Woche in London bin.
    Auch das Museum und ganz besonders die eigene Briefmarke finde ich richtig klasse.

    • Wenn du mal was entdeckst das ich noch nicht kenne, freue ich mich über einen Hinweis. Ich setze es dann auf meine To-See Liste 😉

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