Ein Spaziergang entlang der Themse von Hammersmith über Fulham bis Richtung Chelsea Waterfront ist keine klassische London-Must-see-Tour – aber genau deshalb ziemlich interessant. Hier geht es nicht um Big Ben, Buckingham Palace oder den Tower of London, sondern um einen ruhigeren Teil der Stadt: Themseufer, schöne Häuser, Parks, Fulham Palace, Hausboote und immer wieder Ausblicke auf ein London, das deutlich weniger touristisch wirkt.
Ich bin die Strecke an einem Vormittag gelaufen und teilweise auch ein Stück mit dem Fahrrad gefahren. Gestartet bin ich an der Hammersmith Station. Von dort läuft man ungefähr 15 bis 20 Minuten Richtung Themse und kommt dann in den Bereich der Hammersmith Bridge und des Thames Path.
Mein Eindruck direkt am Morgen: angenehm ruhig, Möwen im Hintergrund, schöne Häuser am Wasser und ein toller Blick auf die Hammersmith Bridge. Wer London schon ein paar Mal besucht hat und einmal eine andere Seite der Stadt sehen möchte, findet hier eine schöne halbtägige Runde.
Kurzüberblick: Spaziergang ab Hammersmith
| Start | Hammersmith Station |
|---|---|
| Endpunkt | Bei mir: Albert Bridge. Wer möchte, kann auch weiter Richtung Battersea Bridge oder Battersea Power Station laufen. |
| Länge | Geplant waren ungefähr 8 km, realistisch mit kleinen Abstechern eher etwa 10 km. |
| Dauer | Ich habe mit Stopps, Fulham Palace und kleinen Pausen ungefähr 3,5 Stunden gebraucht. |
| Geeignet für | London-Kenner, Spaziergänger, Fotografen, Fußballfans, alle, die London abseits der Innenstadt erleben möchten. |
| Nicht ideal für | Erstbesucher mit wenig Zeit und Familien mit kleineren Kindern, denen die Strecke vermutlich zu lang und zu ruhig ist. |
Start in Hammersmith: zu Fuß Richtung Themse
Der Start an der Hammersmith Station ist praktisch, weil man mit der Tube gut dorthin kommt. Von der Station läuft man zunächst Richtung Themse. Das ist kein Abschnitt, für den man eine komplizierte Wegbeschreibung braucht – einfach grob Richtung Hammersmith Bridge bzw. Thames Path orientieren.
Nach etwa 15 bis 20 Minuten erreicht man den Fluss. Ab hier wird der Spaziergang deutlich schöner. Gerade morgens war es hier sehr angenehm: wenig los, kaum Touristen, Möwen, ruhiges Wasser und schöne Häuser am Ufer.

Der Blick auf die Hammersmith Bridge ist direkt einer der schönsten Punkte am Anfang der Strecke. Die Brücke selbst ist ohnehin eines der auffälligsten Bauwerke in diesem Abschnitt der Themse und wirkt aus der Nähe noch einmal deutlich interessanter als auf Fotos.

The Crabtree und Fulham Pier: erster Stopp am Wasser
Ein Stück weiter kommt man am The Crabtree vorbei, einem Pub direkt am Wasser. Von außen sieht er ganz nett aus und die Lage an der Themse ist natürlich ein Pluspunkt. Ob das Essen dort besonders empfehlenswert ist, kann ich nicht beurteilen, da ich hier nicht gegessen habe. Als möglicher Pub-Stopp am Fluss ist die Lage aber auf jeden Fall schön.
Interessanter fand ich kurz danach den Bereich rund um den Fulham Pier und den Riverside Market. Der Riverside Market gehört zum Umfeld des Fulham Football Club bzw. Craven Cottage. Das merkt man spätestens daran, dass man durch die Scheiben teilweise sogar auf den Rasen des Stadions schauen kann.

Für mich ist das ein guter früher Zwischenstopp auf der Route: Man kann sich kurz hinsetzen, etwas trinken oder essen und vor allem auch die Toilette nutzen. Wenn man vormittags startet, eignet sich der Riverside Market gut als kleiner Frühstücks- oder Kaffeestopp. Er liegt allerdings noch eher am Anfang der Strecke – später muss man sich die Pausenmöglichkeiten individuell suchen.

Praktisch unterwegs: Der Riverside Market ist einer der angenehmsten Stopps am Anfang der Route. Gerade weil die Strecke später länger und stellenweise etwas weniger eindeutig wird, ist eine kurze Pause hier keine schlechte Idee.
Grünes London: Parks und gepflegte Anlagen rund um Fulham
Hinter Fulham Pier und rund um die weiteren Abschnitte zeigt sich wieder einmal, wie grün London eigentlich ist. Entlang der Route liegen mehrere Parks und Grünflächen, die einen sehr gepflegten Eindruck machen.
Das ist für mich einer der Gründe, warum solche Spaziergänge in London so spannend sind: Man ist zwar immer noch in einer riesigen Stadt, läuft aber plötzlich durch ruhige Wohnbereiche, am Wasser entlang, vorbei an Parks und kleinen grünen Ecken. Gerade außerhalb der Innenstadt wirkt London oft deutlich entspannter und lokaler.
Fulham Palace: historisch interessant, aber das Museum ist kein großes Highlight
Ein sinnvoller Zwischenstopp auf der Route ist Fulham Palace. Das historische Gebäude war über lange Zeit der Sitz der Bischöfe von London. Heute kann man das Gelände kostenlos besuchen, durch Teile des Hauses laufen, den Garten anschauen und im Café eine Pause machen.

Die offiziellen Öffnungszeiten sollte man vorher prüfen. Bei meinem Besuch konnte man morgens bereits durch die Außenflächen und den Garten laufen. Das Museum und die historischen Räume öffnen regulär später am Vormittag. Auch das Café ist relativ früh geöffnet.
Jetzt aber ehrlich: Das Museum selbst fand ich eher enttäuschend. Man kann einmal durchlaufen, wenn man sowieso dort ist, aber man sollte kein riesiges Highlight erwarten. Einige Räume wirken ziemlich leer, es gibt eine Bibliothek und man kann sich kurze Filme anschauen. Wirklich lange aufgehalten habe ich mich dort aber nicht.
Der Walled Garden ist der schönste Teil von Fulham Palace
Deutlich besser gefallen hat mir der Walled Garden. Wie der Name schon sagt, liegt dieser Garten innerhalb von Mauern. Dort gibt es eine kleine Gärtnerei, einen botanisch wirkenden Bereich, viele Pflanzen sowie Obst und Gemüse. Teilweise kann man Pflanzen sogar kaufen.

Für einen kleinen Spaziergang ist dieser Bereich wirklich schön. Außerdem gibt es vor Ort auch einen Bienenstock. Wer also Fulham Palace besucht, sollte nicht nur kurz ins Gebäude gehen, sondern auf jeden Fall auch den Garten einplanen.
Praktisch ist außerdem: Man kann Fulham Palace auf der hinteren Seite des Gartens wieder verlassen und den Spaziergang Richtung Themse fortsetzen.
Wichtig: Der Thames Path ist hier nicht überall direkt am Wasser
Nach Fulham Palace wird die Route etwas weniger eindeutig. Man kann hier nicht durchgehend direkt an der Themse entlanglaufen, weil der Fußweg am Wasser stellenweise nicht weitergeht.
Das sollte man vorher wissen, sonst ist man möglicherweise etwas enttäuscht. Man muss zwischendurch über Seitenstraßen ausweichen und individuell schauen, wie man am besten weiterläuft. Alternativ kann man auch ein Stück mit dem Bus fahren oder – so wie ich – zwischendurch ein Fahrrad nutzen.

Ab dem Bereich Wandsworth Bridge kommt man wieder besser an die Themse und kann wieder schöner am Wasser entlanglaufen.
Fahrrad, Bus oder zu Fuß?
Grundsätzlich ist die Strecke als Spaziergang machbar. Bei mir waren es am Ende mit kleinen Abstechern eher um die 10 Kilometer. Das ist als halbtägige Runde gut machbar, wenn man gerne läuft.
Zwischendurch kann es aber sinnvoll sein, ein Stück mit dem Fahrrad oder Bus zu überbrücken. Gerade dort, wo der Thames Path nicht direkt am Wasser weiterführt, ist man flexibler, wenn man nicht jeden Meter laufen möchte.
Ich habe auf der Strecke Leihfahrräder gesehen und bin selbst auch ein Stück mit dem Fahrrad gefahren. Man sollte aber vor Ort genau schauen, wo das Radfahren erlaubt und sinnvoll ist. Der besser erkennbare Fahrradweg liegt teilweise eher auf der anderen Seite der Themse.
Imperial Wharf und Powerhouse: modern, aber nicht überall spannend
Weiter Richtung Imperial Wharf verändert sich die Umgebung. Hier wirkt vieles moderner und wohnlicher. Es gibt größere Wohnanlagen und eine kleine Einkaufsstraße. Für sich genommen fand ich diesen Abschnitt nicht besonders spannend.

Das ist kein klassisches Sightseeing-Highlight, aber einer dieser Punkte, an denen man merkt, wie sich London immer wieder neu erfindet: alte Gebäude, neue Wohn- oder Arbeitsflächen, Wasser, Brücken und moderne Architektur.

Chelsea Waterfront, Hausboote und Albert Bridge
Zwischen Chelsea Waterfront und Albert Bridge wird die Strecke wieder richtig schön. Direkt am Fußweg liegen mehrere interessante Hausboote auf der Themse. Das passt gut zu diesem ruhigeren London-Gefühl: weniger Sehenswürdigkeiten, dafür immer wieder kleine Entdeckungen am Wegesrand.
Bei Ebbe kann man an manchen Stellen sogar direkt ans Ufer bzw. näher an die Themse heran. Genau das fand ich auf dieser Route schön: In der Innenstadt läuft man oft zwar an der Themse entlang, kommt aber nicht immer so einfach wirklich ans Wasser. Hier wirkt der Fluss stellenweise näher und zugänglicher.

Wenn du dich für diesen Bereich interessierst, passt auch mein Beitrag zum Spaziergang durch Chelsea und Battersea gut als Ergänzung.
Optional: Harrods Furniture Depository und London Transport Museum Depot
Schon relativ früh auf der Route kann man auf der anderen Seite der Themse ein auffälliges historisches Gebäude sehen: das ehemalige Harrods Furniture Depository in Barnes. Das Gebäude wurde früher als Lager für Möbel und größere Gegenstände des Kaufhauses Harrods genutzt und ist heute zu Wohnungen umgebaut. Auch wenn man nicht direkt daran vorbeiläuft, ist es vom Ufer aus ein schöner Blickfang.
Für Fans von Londons Verkehrsgeschichte könnte außerdem das London Transport Museum Depot in Acton interessant sein. Das Depot gehört zum London Transport Museum, ist aber nicht das normale Museum in Covent Garden. Dort lagert ein großer Teil der Sammlung, darunter historische Fahrzeuge, Schilder, Poster und viele Objekte rund um Busse, U-Bahn und Verkehrsgeschichte.
Wichtig: Das Depot liegt nicht direkt an dieser Route und ist auch nicht täglich regulär geöffnet. Es öffnet nur an ausgewählten Open Days oder im Rahmen besonderer Führungen. Wer das verbinden möchte, sollte also unbedingt vorher die Termine prüfen und Tickets buchen.
Für wen lohnt sich dieser Spaziergang?
Diese Route ist vor allem etwas für dich, wenn du London schon ein bisschen kennst und nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten abhaken möchtest. Es ist ein Spaziergang für Menschen, die gerne treiben lassen, am Wasser laufen, schöne Wohngegenden sehen und ein ruhigeres London erleben möchten.
Für den ersten London-Besuch würde ich die Strecke nicht ganz oben auf die Liste setzen. Dafür liegen hier nicht genug große Highlights auf engem Raum. Aber wenn du schon öfter in London warst und Lust auf eine längere Runde entlang der Themse hast, ist der Abschnitt wirklich angenehm.
| Passt gut für | Eher weniger geeignet für |
|---|---|
| London-Kenner, die neue Ecken entdecken möchten | Erstbesucher mit nur zwei oder drei Tagen Zeit |
| Spaziergänger und Fotografen | Kleine Kinder, denen eine lange Strecke schnell langweilig wird |
| Fußballfans wegen Fulham Pier / Craven Cottage | Besucher, die möglichst viele Top-Sehenswürdigkeiten sehen möchten |
| Alle, die ein ruhigeres London am Wasser erleben wollen | Menschen, die eine komplett durchgehende Uferpromenade erwarten |
Meine Tipps für die Tour
- Vormittags starten: Dann ist es ruhiger und die Strecke wirkt besonders entspannt.
- Bequeme Schuhe tragen: Mit Abstechern können es schnell rund 10 Kilometer werden.
- Riverside Market als frühen Stopp nutzen: Gut für Kaffee, Frühstück, Toilette und kurze Pause.
- Fulham Palace realistisch einplanen: Das Museum ist kurz, der Walled Garden deutlich schöner.
- Nicht stur am Fluss bleiben wollen: Der Weg führt nicht überall direkt an der Themse entlang.
- Bus oder Fahrrad als Option einplanen: Gerade zwischen Fulham Palace und Wandsworth Bridge kann das sinnvoll sein.
- Bei Ebbe ans Ufer schauen: An manchen Stellen kommt man näher an die Themse heran als in der Innenstadt.
Fazit: Ruhige Themse-Runde für London-Kenner
Der Spaziergang von Hammersmith über Fulham Richtung Chelsea Waterfront und Albert Bridge ist keine Tour voller großer Sehenswürdigkeiten. Genau das sollte man wissen. Wer zum ersten Mal in London ist, wird vermutlich andere Dinge priorisieren.
Wer London aber schon kennt und Lust auf einen ruhigen, längeren Spaziergang am Wasser hat, bekommt hier eine schöne andere Seite der Stadt zu sehen: Hammersmith Bridge, Fulham Pier, Parks, Fulham Palace, grüne Gärten, moderne Wohnbereiche, Hausboote und immer wieder schöne Blicke auf die Themse.
Für mich ist es eine gute halbtägige Runde, besonders bei angenehmem Wetter. Nicht spektakulär, aber entspannt, abwechslungsreich und deutlich weniger touristisch als viele andere London-Spaziergänge.
FAQ: Spaziergang von Hammersmith Richtung Chelsea Waterfront
Wie lange dauert der Spaziergang?
Mit Pausen, Fulham Palace und kleinen Abstechern solltest du etwa 3 bis 4 Stunden einplanen. Ich habe ungefähr 3,5 Stunden gebraucht.
Wie lang ist die Strecke?
Je nach genauer Route sind es ungefähr 8 bis 10 Kilometer. Wenn du zwischendurch Umwege gehst, Fotos machst oder über Nebenstraßen ausweichen musst, wird es eher Richtung 10 Kilometer gehen.
Kann man die Strecke durchgehend an der Themse laufen?
Nein, nicht komplett. Besonders nach Fulham Palace gibt es Abschnitte, in denen der direkte Fußweg am Wasser nicht weiterführt. Dann muss man über Nebenstraßen ausweichen oder ein Stück mit Bus oder Fahrrad überbrücken.
Ist die Route für Kinder geeignet?
Für kleinere Kinder würde ich die komplette Strecke eher nicht empfehlen. Sie ist recht lang und eher auf ruhiges Spazierengehen ausgelegt. Für Kinder, die Action oder Spielplätze erwarten, ist die Route vermutlich nicht ideal.
Lohnt sich Fulham Palace?
Wenn du ohnehin dort vorbeikommst, ja. Das Museum selbst fand ich eher unspektakulär, aber der Walled Garden und die Außenbereiche sind schön. Als kurzer Zwischenstopp passt Fulham Palace gut in die Route.
Kann man die Tour verlängern?
Ja. Statt an der Albert Bridge aufzuhören, kannst du weiter Richtung Battersea Bridge oder Battersea Power Station laufen. Von dort lassen sich weitere Ziele in Battersea oder Chelsea gut anschließen.




