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Kunst in der Londoner Tube findet ihr an vielen Stellen, ihr müsst nur genauer hinsehen.

Die Londoner Tube ist nicht nur selbst ein Gesamtkunstwerk, sondern seit jeher eine Plattform für moderne Kunst.

Kunst in der Londoner Tube – Längste Galerie der Welt

Nicht umsonst gilt sie als längste Galerie der Welt.

Vielleicht sind euch in Tube auch schon einige, teils merkwürdige, Kunstwerke an den Bahnsteigen oder im Bahnhof aufgefallen.

Kunst in der Londoner Tube
Station Gloucester Road

Seit mehr als 30 Jahren stellt tfl (Transport for London) mit dem Programm Art on the Underground Kunst von Gegenwartskünstlern in U-Bahnhöfen und um sie herum aus. Von großflächigen Videoinstallationen bis hin zu den faltbaren Tube Maps, die in jedem Bahnhof zum Mitnehmen ausliegen und von Künstlern wie Mark Wallinger oder Tracey Emin gestaltet wurden.

Die Tube als Ort der Kunst gibt es seit 1908 und ist vor allem Frank Pick zu verdanken. Er wurde damals von den Betreibern der verschiedenen Linien eingestellt, um gemeinsam die Vermarktung der Underground voranzutreiben. Denn trotz des anfänglichen Hypes um die Metropolitan Line zogen gerade die folgenden drei tieferen und kostspieligen U-Bahnlinien Bakerloo-, Picadilly-und Northern Line nicht genügend Passagiere an.

Kunst in der Londoner TubeDen dekorativen Aspekt von U-Bahn-Kunst mit dem praktischeren Aspekt der täglichen Nutzung verknüpfen war das Ziel.

Die Plakate hatten verschiedene Funktionen. Die frühen Poster aus der Zeit von 1908-1913 zeigen die U-Bahn als einen warmen, sicheren Ort und die Botschaft zielte oft auf die Reiseziele. Plakate, die Freizeitaktivitäten in ländlicher Umgebung zeigten, sollten Passagiere am Wochenende in die Bahn locken, wenn diese deutlich leerer war. Plakate, die Restaurants und Kinos anpriesen, sollten Passagiere dazu bringen, länger in der Stadt zu bleiben, um so die zu Rush-Hour-Zeiten überfüllte Bahn zu entlasten.

Die Plakate halten jenseits des täglichen Pendelns den Glamour und der Aufregung Londons fest und sind Ablenkung und Romantisierung zugleich.

Kunst in der Londoner Tube
Auf der Tube Art Map findet ihr eine Übersicht der diversen Kunstwerke
TippBesucht die Station Gloucester Road. Hier findet ihr auf 18 Bögen entlang des Bahnsteigs das großflächige und farbenfrohe Werk „Big Ben“ der Künstlerin Sarah Morris. Die Kombination aus moderner Kunst und dem jahrhundertealten Steingemäuer sind auch für Laien sehr schön anzuschauen.

Wenn ihr Spaß an den Kunstwerken in der Londoner U-Bahn haben möchtet, solltet ihr allerdings außerhalb der Rush-Hour fahren. Nur so werdet ihr einige der Kunstwerke überhaupt entdecken.

Die Londoner Tube hat das älteste und eines der größten U-Bahn Netze der Welt. Zudem ist es wohl das beliebteste Verkehrsmittel in London.

Es umfasst 402 Kilometer Schienen und 270 Stationen.

Mit dem Ausbau der Crossrail Strecken wird es sich ab 2018 noch um ein ganzes Stück vergrößern.

Wie alles begann

Am 9. Januar 1863 startete im Bahnhof Paddington die erste Dampflok auf unterirdischen Gleisen in Richtung Farringdon Street. Allerdings nur für geladene Gäste.

Die ersten Strecken verbanden Paddington mit King’s Cross und Euston und wurden von der Metropolitan Railway betrieben. Daher heißen heute weltweit viele U-Bahnen auch „Metro“.

Warum unterirdisch?

Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte London knapp 3 Millionen Einwohner und schon damals war Platz Mangelware.

Um die großen Bahnhöfe oberirdisch zu verbinden hätte schlicht und ergreifend der Platz gefehlt. Also verlegte man die Schienen unter der Erde und konnte die Fläche darüber wieder neu bebauen.

Da es zu dieser Zeit noch keine elektrischen Züge gab, war die Qualmentwicklung ein ernst zu nehmendes Problem. So durften die Züge nur kurz im Bahnhof halten, um diesen nicht völlig verqualmt wurden. Zur Minderung des Abluftproblems wurden teilweise große Öffnungen in die Decken der Stationen eingebaut.

Woher kommt der Name Londoner Tube?

Auch wenn die für viele U-Bahnen (Metro) namensgebende Metropolitan Railway der Betreiber der erste Londoner U-Bahn Linien war, hat sich im Laufe der Jahre der Name „Tube“ eingebürgert.

Diesen Namen erhielt die Londoner Tube aufgrund der röhrenartigen Tunnel (Tube=Röhre) die ab Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurden. Die Tunnelform sollte für mehr Stabilität sorgen, da die Strecken teilweise auch unter der Themse hindurch verlaufen.

Diese Tunnel wurden ab dem 4. November 1890 für die weltweit erste elektrifizierte Strecke (heute Northern Line) gebaut.

Mit dem Crossrail Projekt gibt es erstmals neue und größere „Röhren“.

 crossrail Tunnel

crossrail Tunnel

Dauerbaustelle Londoner Tube

In der Londoner Tube ist immer etwas los und damit sind nicht nur die täglichen Menschenmaßen gemeint, die sich Tag für Tag in und aus der Stadt bewegen.

Egal ob Gleisbauarbeiten, Streiks, gesperrte Stationen oder Teilsperrungen von Streckenabschnitten, es gibt keinen Tag im Normalbetrieb. Besonders das etwas weniger frequentierte Wochenende wird häufig für Bauarbeiten genutzt.

Da kann eine Fahrt von A nach B schon mal zu einer Herausforderung werden. Es wird zwar über die geplanten Baustellen berichtet und auch sind diese auf Tafeln an den Eingängen angeschrieben, aber das macht die Planung nicht wirklich einfacher.

Mind the Gap

Der Satz „Mind the Gap“ ist mittlerweile Kult und so eine Art Markenzeichen der Londoner Tube. Egal ob Shirts, Tassen, Schlüsselanhänger und Mousepads, überall ist der Satz zu finden.

Mind the Gap
Mind the Gap

Und dabei ist es doch eigentlich nur der allgegenwärtige Warnhinweis die mögliche Lücke zwischen Gleis und Waggon zu beachten.

Das Tube Logo

Genial einfach oder einfach genial? Ein schlichter roter Kreis mit einem blauen Balken.

Logo LondonseiteSeit 1908 ist es das Markenzeichen der Tube und sicherlich so bekannt wie das Zeichen von Coca Cola und Mc Donalds.

Das Logo wurde vom Grafiker Edward Johnston entwickelt und mit ihm auch die passende und bis heute verwendete Schriftart „Johnston Sans“.

Der Tube Plan

Fast so genial wie das Logo ist auch der U-Bahn-Plan. Er wurde vom technischen Zeichner Harry Beck entwickelt.

Beck verzichtete auf topografische Besonderheiten und verwendete ausschließlich horizontale und vertikale Striche. Alle Linien hatten unterschiedliche Farben und Abbiegungen wurden nur in 45 Grad Winkeln eingezeichnet. Obwohl es anfangs eher gewöhnungsbedürftig wirkte, überzeugte das Design die Fahrgäste und ist heute weltweiter Standard.

Wer mehr über die Londoner Tube erfahren möchte bekommt einen spannenden Einblick im Londoner Transport Museum (im London Pass enthalten). Dieses organisiert auch die leider sehr seltenen Führungen in alte und stillgelegte Bahnhöfe wie z.B. Aldwych Station, bekannt als Filmkulisse in den James Bond Filmen.

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