Windsor Castle ist so ein Klassiker unter den Tagesausflügen ab London – und ehrlich gesagt war ich lange nicht sicher, ob mich das wirklich abholt. Anfang Januar waren wir dann aber vormittags mit der Familie und den Kindern dort und wurden positiv überrascht. Nicht, weil es das spektakulärste Erlebnis in England wäre, sondern weil es in dieser Jahreszeit einfach angenehm entspannt war: keine Wartezeiten, wenig Gedränge und ein Besuch, der sich gut in einen Halbtages-Trip packen lässt.
Neben dem Buckingham Palace und dem Palace of Holyroodhouse in Edinburgh ist Windsor die dritte offizielle Residenz der Royals und befindet sich mit dem gesamten Windsor-Anwesen im Besitz der Krone.
Luftaufnahme von Schloss Windsor und Umgebung
Windsor Castle beim Landeanflug auf London Heathrow

Damit du besser einschätzen kannst, ob Windsor Castle zu dir passt, bekommst du hier meinen Erfahrungsbericht inklusive Anreise, Ablauf, Foto-Regeln, Tipps für Windsor Stadt und einem kurzen Abstecher nach Eton.
Ganz am Ende findest du außerdem einen FAQ-Block.

Kurze Zusammenfassung – Lohnt sich Windsor Castle?

  • Ja, wenn du Royal-Feeling erleben willst und London mal kurz verlassen möchtest.
  • Mit Kindern gut machbar (auch wenn es natürlich kein Action-Highlight ist).
  • Im Winter (bei uns Anfang Januar) war es sehr leer – dafür liegt der Fokus stark auf den Innenräumen.
  • Der Rundgang wird auf Dauer etwas langatmig, weil viele Räume ähnlich wirken und vollgestopft sind.
  • Im Sommer ist es draußen schöner wegen der Gartenanlagen – dafür meist voller.
Windsor Castle
Die Flagge auf Schloss Windsor zeigt an, ob der Monarch anwesend ist. Weht die
Royal Standard (königliche Standarte), ist der König/die Königin zu Hause. Ist der Union Jack (Nationalflagge) zu sehen, ist der Monarch abwesend.

Über Windsor Castle

Windsor Castle ist 900 Jahre alt und das Highlight der kleinen Stadt Windsor. Das graue,langgestreckte Schloss liegt hoch über dem kleinen Örtchen Windsor. Die imposanten Türme und Mauern von Windsor Castle sind schon von weitem zu erkennen.  In seiner fast eintausendjährigen Geschichte änderte und entwickelte sich das Schloss entsprechend den bevorzugten Baustilen, Vorlieben, Erfordernissen und finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Monarchen. Eduard III. war der Monarch, der den Umbau der Burg von einer Festung hin zu einem komfortablen Palast begann.

Windsor Castle
Blick in den Innenhof

Falls keine offiziellen Anlässe gegeben sind, kann das Schloss  und das knapp 50.000 m² große Anwesen fast das ganze Jahr über besichtigt werden. Informiert aber sicherheitshalber stets vorher im Internet über die aktuellen Öffnungszeiten. Schließlich wird das Schloss ab und an auch noch von den Royals benutzt.

Das Schloss bietet neben einem großen Waffenarsenal auch viel Kunsthandwerk und schicke Möbel. Man erhält einen kleinen Einblick in das Leben der Royal Family. Die eindrucksvollen Staatsgemächer sind mit Kostbarkeiten aus der Royal Collection ausstattet, einschließlich der einiger bekannter Gemälde von Rubens, Holbein, Brueghel und Van Dyck.

Innerhalb des Schlosses findet ihr Queen Mary’s Doll’s House, ein Puppenhaus mit Miniaturgemälden, Antikmöbeln und sogar elektrischen Licht.

Anreise Windsor Castle – Sehr gut ab London (auch mit Kindern)

Die Anreise ab London ist erstaunlich einfach – gerade, wenn du mit Kindern unterwegs bist, ist das ein großer Pluspunkt.
Fahrt mit der Elizabeth Line bis Slough und steigt dort in den Zug um. Von Slough sind es dann nur noch ungefähr sechs Minuten bis Windsor & Eton Central. Und ab da könnt ihr dann entspannt etwa zehn Minuten bis zum Schloss laufen.

Ihr könnt dazu bereits in London am Bahnhof ein Ticket kaufen (zumindest für die Kinder empfehlenswert) oder komplett kontaktlos mit der Kreditkarte zahlen.

Am Bahnhof angekommen steht man quasi schon mitten in Windsor. Von dort kannst du direkt hoch zum Schloss laufen, vorher noch kurz durch die Innenstadt bummeln oder etwas essen gehen. Gerade das hat uns gefallen: Man ist nicht ewig unterwegs, sondern kommt zügig am Ziel an.

Tipp! Alternativ kann man ab Heathrow Terminal 5 übrigens auch direkt mit dem Bus nach Windsor fahren.

Tickets & Einlass: Online gebucht, vor Ort trotzdem flexibel

Wir hatten unsere Tickets vorab online gebucht über GetYourGuide. Alternativ könnt ihr aber auch direkt auf der Seite des Schlosses ein Ticket kaufen. Vorab buchen ist aber Pflicht, so besteht das Risiko vor Ort kein Ticket mehr zu bekommen!
Praktisch fand ich: Vor Ort konnten wir eine andere Uhrzeit wählen als die, die ursprünglich gebucht war. Das ist mit Familie super hilfreich, weil man nicht immer minutengenau planen kann.

Und das Beste: Wir hatten gar keine Wartezeiten beim Einlass. Das war wahrscheinlich eine Kombination aus „Januar“ + „vormittags“. Wenn ihr im Sommer oder in Ferienzeiten unterwegs seid , sieht das natürlich oft anders aus. Auch wird man dann vermutlich die gebuchten Uhrzeiten strikter einhalten müssen.

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Audio-Guide: Kostenlos, deutsch verfügbar – aber nur „okay“

Am Anfang bekommt ihr einen kostenlosen Audio-Guide. Den gibt es auch auf Deutsch, was ich grundsätzlich gut finde.

Inhaltlich war der Guide aber eher semi-gut: nicht schlecht, aber auch nicht so packend, dass man am liebsten jedes Kapitel durchhört. Ich habe schon deutlich bessere Audio-Guides erlebt – sowohl vom Flow als auch von der Bedienung.

Mein Tipp: Nehmt ihn ruhig mit, aber fühlt euch nicht verpflichtet, alles komplett zu hören. Wir haben ihn eher als Orientierung genutzt und sind dann in unserem Tempo weitergegangen.

Rundgang durch Windsor Castle

Wir sind zuerst in die Kapelle gegangen und danach in die Staatsgemächer. Das hat sich für uns bewährt, weil man so den „ehrfürchtigen“ Teil (Kapelle) direkt erledigt und später entspannter durch die Räume laufen kann.

Ihr könnt das aber vor Ort flexibel entscheiden und auch im Audio Guide wählen, womit ihr lieber starten möchtet.

Windsor Castle
St. George’s Chapel

St. George’s Chapel – Schön, aber Fotografieren verboten

Windsor Castle
Blick in die Kapelle

Die St. George’s Chapel ist wirklich beeindruckend. Riesig, atmosphärisch und historisch bedeutend. Gleichzeitig ist es natürlich ein Ort, an dem man eher ruhig unterwegs ist. Mit Kindern geht das, aber ihr solltet wissen: Das ist nicht der Teil, wo sie jubelnd durchrennen.

 

Wichtig: Fotografieren ist in der Kapelle nicht erlaubt. Das wird auch klar kommuniziert und kontrolliert.
Wenn ihr hier coole Bilder machen wollt: Vergiss es – genießt es lieber einfach so.


Die Staatsgemächer – Eindrucksvoll, aber irgendwann auch „viel des Guten“

Danach geht es durch die Staatsgemächer. Hier bekommst du das volle Royal-Programm: prunkvolle Räume, viele Details, Möbel, Deko – und sehr, sehr viele Bilder. Und genau da kommt der Punkt, den ich ehrlich sagen muss: Der Rundgang wird auf Dauer ziemlich langatmig.

Nicht, weil es schlecht ist. Im Gegenteil: Es ist beeindruckend und interessant, das einmal zu sehen. Aber irgendwann fühlt es sich so an, als wäre jeder Raum bis oben hin vollgestopft – Bilder an jeder Wand, Deko in jeder Ecke, überall irgendwas. Nach einer Weile ähneln sich die Eindrücke und man denkt sich: „Okay… jetzt reicht’s auch langsam.“

Windsor Castle
Restaurierter Ballsaal

Dazu kommt: Fotografieren ist nur teilweise erlaubt, meistens leider nicht. Das ist nicht einheitlich, aber überall ausgeschildert. Ihr könnt also ein paar Erinnerungsfotos machen, müsst aber zwischendurch auch das Handy wieder einstecken.

Queen Mary’s Dollhouse – Kann man anschauen – aber kein Muss

Ein bekanntes Highlight ist Queen Mary’s Dollhouse. Ich sag’s, wie es ist: Ich fand es nicht mega spannend – und es war bei uns auch ziemlich voll. Wenn du Miniaturwelten liebst, ist das wahrscheinlich großartig. Wenn nicht, reicht es, kurz reinzuschauen.

Wichtig: Ihr könnt den Bereich auch abkürzen. Wenn ihr wenig Zeit habt oder keine Lust auf Gedränge, könnt ihr das Dollhouse überspringen und direkt weitergehen. Ich würde es aber trotzdem einmal ansehen, einfach weil es dazugehört.

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Besuch im Sommer vs. Winter – Was ist besser?

Wir waren im Winter (Anfang Januar) da – und das hatte klare Vorteile: wenig los, keine Wartezeiten, alles entspannter. Gleichzeitig ist es im Winter natürlich so, dass du viel Zeit drinnen verbringst. Wenn du irgendwann merkst, dass dir die Räume zu ähnlich werden, fehlt draußen ein bisschen die „Abwechslung“.

Im Sommer ist das vermutlich angenehmer, weil du zusätzlich die Gartenanlagen mehr genießen kannst und das Erlebnis sich besser verteilt. Dafür ist es dann oft voller. Du musst also entscheiden, was dir wichtiger ist: Ruhe (Winter) oder mehr Außenbereich (Sommer).

Windsor Castle
Blick Richtung Eton

Windsor Stadt: Shopping eher mau – Essen klappt dafür super

Wenn man schon Schloss Windsor anschaut, sollte man natürlich auch noch eine Runde durch die Stadt laufen. Aber ich würde die Erwartungen an „Shopping“ niedrig halten: Wirklich spannende Geschäfte gibt es dort kaum. Vieles wirkt eher austauschbar und touristisch.

Was dafür gut funktioniert: Restaurants, Cafés und Pubs. Für das leibliche Wohl ist also auf jeden Fall gesorgt.
Gerade mit Kindern ist das praktisch, weil ihr schnell etwas findest, ohne lange suchen zu müssen.

Windsor CastleKurzer Abstecher nach Eton – Netter Spaziergang, aber kein Muss

Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr zu Fuß über die Brücke nach Eton gehen. Das ist ein netter kleiner Abstecher,
aber auch hier gilt: Da ist nicht super viel los. Das berühmte Eton College sieht man im Grunde nur von außen,
und auch Kirche/College wirken von außen eher wenig spektakulär.

Ich würde sagen: Wenn ihr Lust auf einen kurzen Spaziergang habt – macht es. Wenn ihr knapp in der Zeit seid – könnt ihr es auch ohne schlechtes Gewissen weglassen.

Windsor CastleFazit zur Windsor Castle – Klare Empfehlung – mit ehrlicher Einschränkung

Windsor Castle ist ein richtig guter Tagesausflug ab London. Die Anreise ist easy, der Ablauf ist gut zu organisieren und gerade im Winter war es bei uns angenehm leer.

Gleichzeitig solltet ihr wissen: Der Rundgang durch die Innenräume kann irgendwann zäh werden, weil viele Räume vollgestopft sind und sich die Eindrücke ähneln. Wenn ihr das im Kopf habt und euch zwischendurch Pausen gönnt (z. B. später noch essen gehen), passt das aber.

Wenn ihr das Royal-Feeling mitnehmen wollt, ist Windsor Castle eine klare Empfehlung. Und wenn ihr eher Outdoor liebt: Dann ist der Sommer wahrscheinlich euer Ding – dafür müsst ihr dann aber mehr Besucher in Kauf nehmen.

Windsor Castle Tickets hier kaufen* Tipp Knapp 5km südwestlich von Windsor liegt Legoland. Für Fans der kleinen Bausteine und Kinder sicherlich ein Highlight. Ein Besuch lässt sich prima mit dem Aufenthalt in Windsor kombinieren.

FAQ: Windsor Castle (Häufige Fragen)

Wie komme ich am besten von London nach Windsor Castle?

Sehr bequem geht es mit der Elizabeth Line bis Slough und von dort weiter nach Windsor & Eton Central. Danach läuft man  ca. 10 Minuten zum Schloss. Gerade mit Kindern ist das eine entspannte Verbindung.

Lohnt sich Windsor Castle im Winter?

Ja – vor allem, wenn ihr es gern ruhiger mögt. Anfang Januar war bei uns wenig los und es gab keine Wartezeiten.
Der Fokus liegt im Winter allerdings stärker auf den Innenräumen, weil ihr die Gartenanlagen weniger nutzt.

Wie lange dauert der Besuch in Windsor Castle?

Das hängt davon ab, wie intensiv ihr alles machst und wie lange ihr beim Audio-Guide bleibt. Realistisch ist ein halber Tag, vor allem, wenn ihr danach noch in Windsor etwas essen geht oder kurz nach Eton rüberläufst.

Ist Windsor Castle für Kinder geeignet?

Ja, das klappt. Es ist natürlich kein Erlebnispark, aber die Wege sind gut machbar und das Schloss ist beeindruckend. Mit einem entspannten Tempo und Pausen funktioniert der Besuch auch mit Kindern gut.

Darf man in Windsor Castle fotografieren?

Teilweise ja, teilweise nein. In der Kapelle ist Fotografieren nicht erlaubt. In den Innenräumen ist es abhängig vom Bereich – Schilder zeigen es jeweils an.

Ist Queen Mary’s Dollhouse ein Muss?

Nicht unbedingt. Ihr solltet es euch einmal ansehen, aber es ist oft voll und nicht für jeden spannend.
Wenn ihr wenig Zeit habt, könnt ihr den Bereich auch abkürzen bzw. überspringen.

Gibt es in Windsor gute Geschäfte?

Eher nicht – zumindest nichts, wofür man extra wegen Shopping hinfahren müsste. Dafür findet ihr viele Restaurants, Cafés und Pubs, sodass für Essen und eine Pause gut gesorgt ist.

Lohnt sich ein Abstecher nach Eton?

Als kurzer Spaziergang ja, aber er ist kein Pflichtprogramm. Das College und die Kirche sind von außen eher unspektakulär, und insgesamt ist dort nicht besonders viel los.

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3 Kommentare

  1. Windsor hab ich noch nicht besichtigt. Ist aber für die nächste Reise auf jeden Fall geplant.

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